Einen ewigdauernden Flug hinter mir (der funktionierte wie ein Bus, hielt bei jeder groesseren Stadt) haelt das Taxi nachts um 11 vor unserem Hotel, waehrend ich dem Fahrer gerade erklaeren will, dass das nicht unser Hotel sein kann, weil es in meinen augen viel zu schoen aussieht. Ein Blick auf das adrette Namensschild des Hotels beweist aber, dass ich falsch liege. Wir steigen aus und stehen mit unseren Rucksaecken auf den Treppen eines wunderschoenen achtstoeckigen Hotelgebaeudes aus den 30-ern. Vom Nachtwaechter eingelassen, finden wir uns im charmantesten Rezeptionsraum, der uns bis jetzt untergekommen ist. Das Hotel besitzt einen Rezeptionsdesk, Architektur, Badewannen und einen Lift die seit den 30-ern in Stand gehalten werden. Mit dem Liftboy in den fuenften Stock gefahren, die wunderschoene nachtliche Aussicht ueber Recife genossen, am Morgen vom Liftboy wieder nach unten begleitet, im hauseigenen Restaurant Fruehstueck gegessen, von den permanenten Bewohnern (alle seit mindestens 10 Jahren pensioniert) begruesst, vom Charm des Gebaeudes eingenommen, moechte ich mich am liebsten in ein 30-er Kleid stuerzen und Charles den Butler rufen, dass ich einen Stadtrundgang mache.
Die Innenstadt ist eine wunderschoene Mischung zwischen erneuerten und halb verfallenen Barockfassaden, neueren Gebaeuden und sehr belebten Marktstrassen, die in ihrer labyrinthartigkeit fast an einen islamischen Basar erinnern. Wir haben ein Restaurant gefunden, dass den exotischen Namen "Brotfabrik" traegt und super Sandwiches macht. (fuer die man in Zuerich locker das dreifache zahlen wuerde)
Wir haben ein Café gefunden, dass richtig guten Cappuccino macht (das ist vor allem fuer Milchschaumfans wie Rahel wichtig). Wir haben an einer Frevo-Parade teilgenommen, mitgelaufen, mitgetanzt, mitgeklatscht. Die meisten Maenner und einige Frauen spielen diesen marschaehnlichen (nur VIEL groovigeren) Rhythmus, waehrend die meisten Frauen in extrem farbigen Kostuemen dazu tanzen. macht echt spass! (es gibt auch ein video von dieser laessigen parade, die ein bisschen nach "extra fuer touris" gestunken hat. werden wir spaeter uploaden oder in der schweiz zeigen. ist schwierig, the real thing zu finden, wenn man nur 5 tage in einer stadt ist!)
Das kleine, benachbarte Olinda hat einen fast vollstaendig renovierten kolonialen Kern. Es wurde deshalb zum UNESCO Weltkulturerbe erklaert und erhaelt viel unterstuetzung. O linda heisst auf deutsch "oh, schoene!" und das kann man dieser stadt wirklich sagen! sie liegt auf huegeln (d.h. wieder mal auf und ab wandern, dass machen rahel und matt sonst eigentlich in den schweizer bergen) und hat eine fantastische aussicht aufs meer und die skyline von recife. Es gibt eine Tonne Kuenstler da und auch jeden Sonntag eine Maracatú-Parade, die nicht nach Touristen stinkt. Es war genial! Ist uns richtig eingefahren dieser Groove. Vor der Parade haengt es die halbe Stadtbevoelkerung gewohnheitsmaessig am Strand, das ist Brasil Pur, als Weisshaut und Blondhaupt fuehlten wir uns schon ein bisschen allein.
Aber lang dauert das ja nicht mehr, bis wir wieder unter mehr Blonden sind...Freuen uns auf die Schweiz. (matt freut sich dann noch ein bisschen laenger)
Freitag, 4. Januar 2008
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